THE EXPENDABLES

(USA, 2010)

„The boys are back in town“ singen Thin Lizzy auf dem Soundtrack von „The Expendables“, einer Huldigung an das harte Action-Kino der 80er. Silvester Stallone inszeniert sich und viele seiner Action-Star-Kollegen in einer altmodischen Ballerorgie. Viele, zum Teil schon etwas in die Jahre gekommene Haudegen wie Dolph Lundgren (der böse blonde Russe aus „Rocky 4“) oder Mickey Rourke lassen für Stallone nochmal die morschen Knochen knacken und halten ihre lädierten Visagen hin.

Dabei mutet es fast rührend an, wie ernst Stallone sich und den ganzen testosterongeschwängerten Heldenpathos heute noch nimmt. Hemmungslos beschwört er die Zeit in der schwitzende Muskelmänner mit Riesenknarren noch nicht ironisch gebrochen waren. Das modernste an „The Expendables“ sind vielleicht die bunten Tattoos, die nun die verschwitzen Muskelberge von Stallone zieren. Ansonsten ist alles ganz genau so wie früher. Brutale Zweikämpfe und kernige Oneliner vor dem Hintergrund echter (also nicht feige im Computer animierter) Explosionen werden ausgiebig zelebriert.

Klar, alt sind sie geworden, die Action-Helden von damals. Erwachsen zum Glück nicht. Als Elite-Kampftruppe unter dem Kommando von Stallone stürzen die Expendables (das sind Soldaten, die geopfert werden können um ein militärisches Ziel zu erreichen) einen südamerikanischen Diktator und befreien nebenbei dessen arme Tochter. Überhaupt ist das schwache Geschlecht etwas unterrepräsentiert in diesem Old-School-Action-Film. Aber so ganz ohne Frauen geht es eben auch nicht. Schließlich will Mann was zum Beschützen und Trösten haben.

Stallone ist der Obermacker in seinem ausgelassenen Jungs-Film. Jason Statham, Jet Li und die anderen dürfen gern mitspielen, aber nicht zu viel Screentime für sich beanspruchen. Einzig Schwarzenegger, der für einen gelungenen Kurzauftritt vorbei schaut, scheint inzwischen eine ironische Distanz zu seinem alten Image zu haben. Bei Bruce Willis kann man sich da nicht so sicher sein.

JB für Fluter.de