SAW 6

(USA, 2009)

Der psychopathische Folterer Jigsaw ist im vierten Teil der erfolgreichen Horror-Serie gestorben. Doch dem Gesetzt der Serie gehorchend, belebte man ihn im fünften Teil zumindest in Rückblenden erneut zum Leben. Und zum Glück hatte der Puzzel-Mörder einen geheimen Folterknecht, der sether munter weiter foltern darf.

Wie wir jetzt erfahren müssen hat der wahnsinnige Jigsaw vor seinem Krebstod in SAW 4  höchstpersönlich bei seiner Krankenversicherung vorgesprochen um eine Spezialtherapie mit Anti-Krebs-Killerzellen in Norwegen finanziert zu bekommen. In einem der vielen Rückblicke werden wir Zeuge, wie sein Antrag vom kaltherzigen Chef der Versicherung abgelehnt wird. Dafür muss jetzt im neuen Teil der erfolgreichen Folterfilmserie gleich die gesamte Belegschaft der Krankenkasse des Grauens dran glauben.

Machen die Produzenten von SAW jetzt einen auf Michael Moore und prangern die Missstände im amerikanischen Gesundheitsystems an? Nein, weit gefehlt. Auch SAW 6 bleibt dem inzwischen ausgelutschten Erfolgsrezept der Serie treu. Der zu Beginn noch recht originell anmutende Plot ist nicht mehr als ein hilfloser Rechtfertigungsversuch für eine erneut spannungsarme Aneinanderreihung von hektisch geschnittenen Verstümmelungsszenarien die auf der Tonspur von ballerndem Crossover-Metal-Getöse untermalt wird. Zu keinem Zeitpunkt findet man einen Zugang zu den Opfern. Folglich ist es einem auch egal ob sie überleben oder von den ausgeklügelten Foltermaschinen in Stücke gerissen werden. Bei dem Gedanken an einen unausweichlichen siebten Teil winsel ich jetzt schon um Gnade.

JB