SPLICE

(USA, 2009)

Ein kinderloses Wissenschaftlerpärchen (Adrian Brody und Sarah Polley) mit frankensteinischen Ambitionen brütet im Rahmen eines Genforschungs- projektes ein Mischwesen aus Mensch und Tier im Labor aus. Dieser Mischling aus Känguru und Top-Model ist so verführerisch, das er das Eheleben des Pärchens und das Wohl der Menschheit gefährdet.

Genre-Kenner werden  Ähnlichkeiten zwischen dem ausgewachsenen Zwitterwesen Dren (dargestellt von Delphine Chaneac) und der sexy Außerirdischen Sil (Ex-Model Natasha Henstridge) aus dem 1995er SPECIES bemerken. Auch Vergleiche zu David Cronenberg`s grobem Frühwerk RABID (1977) drängen sich auf.

Die Wirkung eines Projektes wie SPLICE hängt entscheidend von der Glaubwürdigkeit des Titelmonsters ab. Ohne emotionale Bindung zu den Protagonisten und auch zur Kreatur funktioniert so ein Film nicht. Deshalb haben die Spezial-Effekt-Zauberer Howard Berger und Greg Nicotero aus Los Angeles nicht nur jede Menge schlabberiger Mutterkuchen gebastelt, sondern auch die Schauspielerin Delphine Chaneac mit animalischen Prothesen verschönert. Das kanadische Effekt-Studio C.O.R.E. steuerte die unmenschlich digitalen Manipulationen und Körperveränderungen von Dren bei. Auch formal handelt es sich bei der Kreatur also um einen Zwitter aus Latex und Pixeln.

SPLICE ist grundsolider Mittelkasse-S-F-Horror mit sympathischen Darstellen und einem state-of-the-art Monster. Hat man so oder so ähnlich schon mal gesehen, macht aber Spaß und unterfordert auch intellektuell nicht.

JB für Deadline